Vorstand Bereitschaft Technik und Sicherheit Jugendrotkreuz
 

Jahreshauptversammlung 2011 des DRK-Ortsverein Calw e.V.

 
Jahresbericht der Vorstandes
 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Kameradinnen und Kameraden!

Die ersten 100 Jahre wären geschafft.

Aus diesem Anlass freut es mich heute ganz besonders, dass wir heute die 100-ste Jahreshauptversammlung abhalten können. 100 Jahre sind 100 Jahre Geschichte, die sicherlich nicht nur ein Buch, sondern bereits einen ganzen Band mit Erlebtem füllen würde. 1911 begann diese Geschichte, genauer gesagt, am 17.November 1911, einen Tag nach einem schweren Erdbeben in Calw. Es trafen sich Menschen, die nach einer Anzeige im Calwer Wochenblatt mit dem Text "tatkräftige Leute, die Lust und Liebe zu Sache zeigen" gefolgt sind. Ab diesem Zeitpunkt begann eine Geschichte, die bis heute mit sehr viel Engagement mit Lust und Liebe zur Sache betrieben wurde. In diesem Geschichtsband würde so manche Anekdote zu finden sein, über die man heute schmunzeln könnte, aber auch ernste und leider auch traurige Begebenheiten. Begebenheiten, die einfach das wirkliche Leben wiederspiegeln würde. Leider gab es von Anfang an nicht die heutige Möglichkeit zum Beispiel mit Computern und einem Archiv, das es ermöglichen würde, so manche Ereignisse zu dokumentieren. Nein, nur ein paar Erinnerungen sind uns geblieben von Anfang an bis in unsere Anfangszeit. Ab da wurden dann hin und wieder Aufzeichnungen gemacht.

Die letzten 12 Monate haben sehr viel Freizeit abverlangt. Es war und ist sehr mühselig über die geschichtliche Ereignisse in ihrer Reihenfolge zu recherchieren und all dies zu Papier zu bringen. Unzählige Stunden sind dafür nötig gewesen und es werden noch weitere sein. Gespräche mit älteren Mitgliedern waren da eher die Seltenheit. Recherchen im Archiv der Stadt Calw werden uns da sicherlich neue und interessante Erkenntnisse und Eindrücke bringen. Es gilt bis zum Jubiläum so viel wie nur möglich über 100-Jahre-Rot-Kreuz-Geschichte Calw herauszufinden. Dies ist mühselig aber lohnenswert. Wir alle, die wir heute in unserem Verein tätig sind, werden ein Teil dieser Geschichte werden und darauf können wir alle stolz sein.

Ein Teil dieser Geschichte können wir bei unserer Jubiläumsveranstaltung am 30. und 31.Juli dieses Jahres in Form einer Ausstellung oder in einer Teilgeschichte in einer Festschrift erfahren oder lesen.

Manchmal dachte ich bei meinen Recherchen, wie konnte das früher nur alles bewerkstelligt werden. Im Vergleich zu heute haben wir eine Vielzahl von Hilfsmittel, an die vor 100 Jahren niemand gedacht hat. Um genau diese Vielzahl an Hilfsmittel weiterhin nutzen zu können, bedarf es "tatkräftige Leute, die Lust und Liebe zur Sache zeigen" genau wie früher. Aber nicht nur Leute werden hier benötigt, sondern auch eine nicht gerade kleine Summe an finanziellen Mitteln, um dies alles Schultern und aufrecht halten zu können. Deshalb werden wir uns mittels eines Spendenaufrufs, der bereits im Druck ist und in den nächsten 1-2 Wochen zur weiteren Bearbeitung vorliegen wird, per Postwurfsendung an unsere Bevölkerung wenden.

Bei den turnusmäßigen Vorstandssitzungen haben wir über neue Möglichkeiten der Materialnutzung, aber auch über finanzielle Mittel gesprochen. Dabei haben wir festgestellt, dass nicht nur unser Material, sondern ein Großteil unserer organisationseigene Fahrzeuge in die Jahre gekommen sind und in absehbarer Zeit ersatzbeschafft werden müssen, jedoch fehlt uns das notwendige Geld. Aus diesem Grund wollen wir mit dem Spendenaufruf sowie auch bei unserem Jubiläum aufzeigen, dass eine Ersatzbeschaffung zwingend notwendig ist, bevor ein Fahrzeug wegen technischen Mängeln ausfällt. Hierfür sollten uns entsprechende finanzielle Mittel rechtzeitig zur Verfügung stehen. Bei einer materiellen Spende, in Form eines Fahrzeuges, das uns kostenlos zur Verfügung gestellt würde, werden wir natürlich nicht nein sagen.

Dies ist aber auch ein Traum, aber auch ein Traum kann vielleicht in Erfüllung gehen. Vielleicht finden sich ja doch ein oder mehrere Sponsoren, um das eine oder andere organisationseigene Fahrzeuge zu ersetzten. Mit gutem Beispiel geht da das Land Baden-Württemberg voraus, das uns ganz individuell ausgestattete Fahrzeuge zur Verfügung und zur Benützung stellt. Leider reichen diese für unsere umfangreichen und vielfältigen Aufgaben nicht aus. Natürlich sind auch wir gefragt, wenn es um die Fahrzeugauslastung geht, um dann entsprechende Entscheidungen zu treffen. Aber wer von uns hier allen kann heute schon sagen was wir morgen bei einem Einsatz benötigen werden, um bestmöglichste Hilfe zu leisten. Jedes Fahrzeug bei uns ist verschieden und hat seine eigene Aufgabe. Trotz Einsparungen in allen Bereichen können wir dies nicht mehr allein schultern und sind daher auf die Hilfe der Städte und Gemeinden und wie es die Bevölkerung seit Jahren dankenswerter Weise tut, angewiesen.

Dies hat auch ganz deutlich unser Wirtschaftsplan gezeigt, den wir an einer Vorstandsitzung aufgestellt haben. Große Sprünge können wir nicht machen. Spontan ein Fahrzeug zu ersetzten war wieder einmal nur eine Illusion.

Nur durch verschiedene und einschneidende Einsparungen durch den gesamten Wirtschaftsplan hindurch, konnten wir die finanzielle Mittel für unser Jubiläum freistellen, mit der Hoffnung, dass es mindestens nur ein durchlaufender Posten ist.

Der DRK-Ortsverein Calw e.V. besteht derzeit aus 46 aktiven Helferinnen und Helfern, sowie

3751 passive Mitglieder, die mit 25% ihrer Mitgliedsbeiträge den Ortsverein mitfinanzieren.

Gegliedert ist der Ortsverein Calw in folgende Gruppen:

1 Bereitschaft mit Gruppe Technik und Sicherheit sowie Höhenrettung,

1 Jugendrotkreuzgruppe,

1 Gruppe Sozialarbeit

1 Arbeitskreis Blutspende

sowie Anwärter für die Bereitschaft Calw.

Im Jahr 2010 sind die Aufgaben klar vorgegeben gewesen. Zu den turnusmäßigen Vorstandsitzungen und den Sitzungen auf Kreisebene kamen unzählige Besprechungen, Zusammenkünfte mit enormem Zeitaufwand für Schreibarbeiten und Telefonate hinzu.

Wie bereits erwähnt, sind die Mitgliederzahlen bei der Bereitschaft zurückgegangen.

Auch wir haben die Auswirkungen der Umstrukturierung der Wehrpflicht deutlich zu spüren bekommen. Durch den Wegfall des Ersatzdienstes können wir von dieser Seite in weiterer Zukunft keine Unterstützung mehr erwarten.

Genau deshalb ist es wichtig, verstärkt um aktive Mitglieder für unsere interessanten und abwechslungsreichen Aufgaben zu werben.

Noch wichtiger ist es aber, dass die Unterstützung durch Städte und Gemeinden, aber auch durch unserer Regierung in irgendeiner Form erfolgt, nicht abricht, oder sogar erschwert wird durch nicht nachvollziehbaren Bürokratismus. Die Zeit für den auferlegten Bürokratismus könnten wir für weitaus wichtigere Aufgaben, zum Bespiel beim Kern unserer Rotkreuzaktivitäten und beim Bevölkerungsschutz verwenden.

Wir hoffe und wünsche uns, dass auch in Zukunft, also die nächsten 100 Jahre und darüber hinaus "tatkräftige Leute, die Lust und Liebe zur  Sache zeigen" den Verein aufrechterhalten. Jeder von uns, auch wir von der Vorstandschaft sind immer auf der Suche nach dem richtigen Weg, der manchmal auch ein Umweg ist, zu finden um den Verein zu lenken. Unterstützt bitte alle Führungs- und Leitungskräfte mit Euren Ideen und Eurer tatkräftigen Hilfe auch weiterhin. Versucht zu verstehen, dass es manchmal Entscheidungen gibt, die aus Eurer Sicht im ersten Moment nicht nachvollziehbar sind. Wir sind aber zu jeder Zeit bereit, darüber zu reden oder uns auch eines Besseren belehren zu lassen. Nur, wenn wir alle miteinander über alles reden, werden wir auch in Zukunft unschlagbare Kräfte entwickeln können und unsere Aufgaben gut meisten.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Vorstandsmitgliedern für die kooperative und konstruktive Zusammenarbeit recht herzlich bedanken.

Bedanken möchte sich aber auch die Vorstandschaft bei allen aktiven aber auch passiven Mitgliedern für die Unterstützung im vergangenen Jahr. Kein Verein könnte agieren, wenn nicht eine motivierte und kameradschaftliche Mannschaft dahinterstehen würde. Dafür und auch für die Zukunft möchten wir uns für Euer Engagement und selbstloses Einbringen bedanken.

Für unsere bevorstehende Jubiläumsveranstaltung die Ende Juli stattfindet, an der wir alle sehr gefordert sein werden, erhoffen  wir uns einen guten Erfolg in Form von finanzieller Unterstützung aber vieleicht auch über weitere aktive Mitglieder.

 

Danke!

 

 
Bericht als PDF